Letztendlich wissen wir doch alle, was gesund essen bedeutet. Du brauchst keine seitenlangen Abhandlungen darüber zu lesen, welche Ernährungsform die beste ist. Du brauchst kein Ernährungsstudium abzulegen, um zu wissen, dass Fertigprodukte, zu stark verarbeitete Lebensmittel, zu viel Zucker oder Salz ungesund sind. Aber warum genau essen wir dann nicht gesund?


Inhaltsverzeichnis

Außen knusprig, innen cremig
Zuckerglasur, Eis & Schokolade
Sättigungsgefühl
Her mit den Chips
Heißhunger
Mir läuft das Wasser im Mund zusammen


Nicht was, sondern warum isst Du?

Keiner is(s)t perfekt. Weder Du noch ich. Selbst der weltbeste Leistungssportler isst nicht immer gesund. Vielleicht sollten wir uns gar nicht darauf konzentrieren, was wir essen. Sondern eher darauf warum und wie wir essen? Warum essen wir gesund? Na klar, weil wir gesund sein wollen.

Die Vorteile gesunder Ernährung dürften geläufig sein. Du hast mehr Energie, Deine Gesundheit ist gut oder wird besser, Du kannst dein Leben mehr genießen. Du bist nicht so gefährdet an Volkskrankheiten wie Diabetes, Krebs, Herzprobleme, Bluthochdruck oder ähnliches zu erkranken. Du kannst klarer denken und arbeiten, Du fühlst Dich fit.

Warum Du nicht auf Junkfood verzichten kannst

Aber wenn es so viele Vorteile gibt, wieso essen wir dann nicht automatisch gesund? Warum verhalten wir uns selbstschädigend? Weshalb ignorieren wir, was unser Körper wirklich braucht? Weil essen eine emotionale und nicht rationale Sache ist. Klar, unser Körper braucht Energie (rational). Aber wann öffnest Du den Kühlschrank, weil der Magen knurrt? Öffnest Du ihn nicht eher, weil Dir gerade nach einer Milchschnitte ist (emotional)? 

Macht übrigens jeder. Denn essen besteht aus Empfindungen. Da wäre zum Beispiel der Geschmack. Ist es süß, salzig, scharf… Oder der Geruch, oder wie sich Dein Essen anfühlt. Ist es kalt oder heiß, ist es weich, cremig oder knackig…. Nahrungsmittelkonzerne investieren unendlich viel Geld in Ernährungswissenschaftler und -psychologen, die herausfinden, welche Lebensmittelzusammensetzung das beste Empfinden hervorruft. Ein Empfinden, das süchtig macht.

Aber welche Zusammensetzung ist die richtige? Wie viel Kohlenhydrate, Proteine und Fette braucht man für eine befriedigende Mahlzeit? Was ist die perfekte Kombination von Salz, Zucker und Fett, die dafür sorgt, dass Du nicht mehr aufhören kannst zu essen? Oder an Dein Essen zu denken? Diese manipulativen Strategien der Nahrungsmittelindustrie zeige ich Dir jetzt.


Dynamischer Kontrast

Bei dem Dynamischen Kontrast geht es darum, verschiedene Sinneswahrnehmungen in einer Mahlzeit zu kombinieren. Stell Dir einen Oreo Keks vor: Außen ist er knusprig, innen cremig. Genau da ist der Knackpunkt. Auf etwas knackiges, knuspriges folgt etwas cremiges, weiches. Der Kontrast macht den Oreo Keks so begehrenswert. Dieselbe Strategie findest du bei Pizza: knuspriger Boden, cremiger Belag. 

Übrigens gibt es im Ayurveda denselben Ansatz: Die ayurvedische Küche achtet bei jeder Mahlzeit darauf, dass in einem Gericht alle Geschmackstypen abgedeckt werden. Weil dieses Gericht von unserem Gehirn erst dann als zufriedenstellend wahrgenommen wird. Ziemlich clever!

Wie Du das umsetzen kannst? Hast Du schon mal ein Stück frischen Sellerie in Erdnussbutter getunkt? Probiere es mal! Ich kann Dir versprechen, das wird Dein neuer Lieblingssnack. Dasselbe funktioniert natürlich auch mit Karotten, die Du in Kräuterquark tunkst. Oder ein frischer knackiger Salat mit einem Stück Vollkornbrot. Finde den Kontrast!

Die Speichelreaktion

Weißt Du eigentlichen, wieso wir Soßen und Glasuren so gerne mögen? Manche Lebensmittel haben die Eigenschaft zu emulgieren, also sich zu vermischen. Wie zum Beispiel Butter, Schokolade, Eiscreme oder Mayonnaise…

Diese emulgierenden Lebensmittel verteilen sich besser im Mund und aktivieren dadurch alle vorhanden Geschmacksnerven. Das kurbelt die Speichelreaktion beim Essen an und je mehr Speichel Du beim Essen produzierst, desto mehr signalisieren deine Geschmacksnerven deinem Gehirn Zufriedenheit.

Was heißt das jetzt genau? Freu dich nicht zu früh. Das heißt nicht, dass Du jetzt jede Menge Zuckerglasur, Eis oder Schokolade essen sollst. Aber diesen Effekt kannst Du nachahmen. Denn je länger Du auf einem Bissen herum kaust, desto mehr Speichel produzierst Du auch. Jetzt weißt Du, wieso es immer heißt, langsam und lange kauen! Außerdem kannst Du natürlich Deine Gerichte öfter mit selbstgemachten gesunden Soßen kombinieren.

Snacken macht hungrig

Hast Du mal ein All-you-can-eat-Sushi-Buffet gegessen? Ist Dir aufgefallen, dass Du unglaublich viele Sushirollen essen kannst bis Du satt bist? Oder hast Du mal Kekse gegessen und warst erst nach der ganzen Tüte satt oder befriedigt? Das liegt daran, dass Du in kleinen Portionen isst. 

Wenn Du etwas isst, was schnell im Magen verschwindet, entweder weil es klein ist oder weil es im Mund schmilzt, dann glaubt dein Gehirn, Du isst weniger als Du tatsächlich tust. Das heißt, solche Lebensmittel signalisieren deinem Gehirn, dass Du noch nicht satt bist, obwohl Du gerade eine Menge Kalorien gegessen hast.

Probiere es aus: Nimm Dir zwei Tage, an denen Du zu einer festen Uhrzeit frühstückst. Dein Frühstück ist ein Apfel. Am ersten Tag schneidest Du den Apfel in kleine Stücke und isst diese nacheinander. Schreib Dir auf, um welche Uhrzeit Du wieder Hunger hast. Am zweiten Tag isst Du den Apfel komplett als ganze Frucht. Du beißt Dir also Deine Apfelstücke ab. 

Wenn Du wieder Hunger kriegst, wirst Du merken, es ist viel später als gestern. Das ist der Grund, warum wir nicht aufhören können bevor die Chipstüte leer ist. Das ist der Grund, warum wir eine komplette Pralinenschachtel snacken können, uns aber von einer kompletten Tafel Schokolade schlecht wird. Du hast jede Menge Kalorien verdrückt, aber bei deinem Gehirn kam das nicht beziehungsweise verspätet an.

Sinnesspezifische Körperreaktionen

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Tatsache, dass unser Gehirn Abwechslung mag. Du hast bestimmt schon mal ein Lieblingsessen gehabt und es für eine Weile immer wieder gegessen bis Du Dich daran „übergessen“ hast. Die Sensibilität eines Geschmacksnervs kann sinken, wenn er immer und immer wieder denselben Geschmack erwischt.

Irgendwann schmeckt Dir dieser bestimmte Geschmack nicht mehr, er ruft keine Zufriedenheit mehr hervor. Produkte wie Chips sind aber beispielsweise so designt, dass diese sinnesspezifische Körperreaktion nicht entstehen kann. Sie enthalten so viel Geschmack, dass sie interessant genug sind, aber nicht so viel, dass sie deine Sinnesreaktion abstumpfen. Deswegen kannst Du nach der ersten Chipstüte auch direkt die nächste vernichten.

Die Kaloriendichte

Dieses Design wird hervorgerufen durch die perfekte Kombination aus Salz, Zucker und Fett. Um genau zu sein, durch die daraus resultierende Kaloriendichte. Denn die Chips sollen deinem Gehirn signalisieren, dass Du Nahrung erhältst, aber gleichzeitig simulieren, dass Du nicht genug Nahrung aufnimmst, um satt zu sein.

Rezeptoren in Deinem Mund und Bauch erklären Deinem Gehirn, wie Deine Nahrung zusammengesetzt ist. Wie viele Kohlenhydrate, Proteine und Fette enthalten sind und wie sättigend diese für Deinen Körper sind. Diese spezielle Kombination der Nährstoffe in Junkfood sorgt dafür, dass Du nach mehr verlangst.

Bleibende Erinnerungen

Kommen wir zum fiesesten Punkt: Wenn Du etwas isst, merkt sich Dein Gehirn, welches Gefühl Du dabei und danach empfunden hast.  Das nächste Mal, wenn Du dieses Essen siehst, riechst oder nur darüber liest, erinnert sich Dein Gehirn an dieses Gefühl. Und wenn dieses Gefühl toll war, wollen wir natürlich mehr davon.

Das macht es schon ganz schön schwer gesund zu essen. Jetzt weißt Du, durch welche Strategien Du unbewusst dazu verleitet wirst, solchen Mist zu konsumieren. Aber wie schon zu Beginn erwähnt, wir können noch so viele Bücher wälzen. Das Wissen allein sorgt nicht dafür, dass wir auch gesund essen. 


Wie Du es aber schaffen kannst, zeige ich Dir in diesem Blogartikel. Möchtest Du mehr über solche Tricks erfahren oder hast noch Fragen? Dann hinterlass mir doch gerne einen Kommentar.

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